Roland Garros Wetten 2026: was bleibt vom Einsatz übrig

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Stand: 16. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 02.10.2026

Ein Sandplatz mit rötlichem Belag und gezogenen weißen Linien, ein einzelner Tennisball liegt neben der Linie, im Hintergrund eine leere Tribüne.
Die French Open (Roland Garros) werden im Stade Roland Garros im 16. Arrondissement von Paris auf Sand (Terre battue) ausgetragen; Veranstalter ist der Weltverband ITF.

Wer auf die French Open wetten will, zahlt am Ende immer denselben Preis: die Marge, die in jeder Quote steckt. Wer das übersieht, versteht nicht, warum zwei Anbieter mit denselben Spielern auf demselben Sandplatz zu unterschiedlichen Rückzahlungen kommen — und warum ein scheinbar besserer Bonus sich rechnen kann, obwohl er nominell kleiner ausfällt. Diese Seite zerlegt Roland Garros Wetten aus der Richtung, die dem Spielenden Geld abnimmt: Lizenz, Limits, Quotenmechanik, Steuern und die zehn Anbieter, die in Deutschland aktuell dafür eine Erlaubnis haben.

Rechtslage: Wer in Deutschland überhaupt auf Roland Garros wetten darf

Wer in Deutschland Sportwetten — und damit auch Wetten auf die French Open — anbieten will, braucht eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Grundlage ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021, der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist und in § 9 Abs. 8 die Whitelist als das einzige Mittel benennt, mit dem sich eine solche Erlaubnis zuverlässig prüfen lässt. Die GGL selbst hat ihren Sitz in Halle (Saale) und führt die Liste zentral; eine zweite Behörde daneben, die einem deutschen Anbieter noch eine andere Genehmigung ausstellt, gibt es für Sportwetten im Internet nicht.

Eine Messingwaage steht auf einer polierten Tischplatte vor einem Fenster, durch das gedämpftes Licht fällt.
Als Anbieter von bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Was die Whitelist für die French Open konkret bedeutet, ist schnell erklärt: Auf ihr stehen 30 Einträge mit Stand 02.10.2026, davon 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis — zwei von ihnen halten zusätzlich eine Pferdewettenerlaubnis — und drei reine Pferdewettenanbieter. Die Domains enden alle auf .de, aber dieses Suffix allein beweist gar nichts. Wer dort steht, darf in Deutschland Tenniswetten — auch auf Grand-Slam-Turniere wie Roland Garros — anbieten, muss dafür aber den Bedingungen des GlüStV folgen: vollständige Verifizierung, eigenes Spielkonto pro Anbieter, Anbindung an OASIS und LUGAS, sowie die Weitergabe der Wettsteuer, die der Anbieter selbst regelt. Eine Erlaubnis wird laut § 4c Abs. 1 GlüStV grundsätzlich für fünf Jahre ausgestellt, die Whitelist führt aber ausschließlich das Ausstellungsdatum, kein Enddatum — wer hier liest, liest also nichts über die Restlaufzeit, sondern über den Zeitpunkt, ab dem ein Anbieter auf dieser Liste steht.

Wetten auf ein Sandplatzturnier fallen unter die Rubrik „feste Quoten auf das Ergebnis eines Sportereignisses oder eines Abschnitts dieses Sportereignisses“ (§ 21 Abs. 1 GlüStV), und Roland Garros ist als Profiturnier der ITF und damit als Sportereignis unzweifelhaft zulässig. Verboten sind dagegen Wetten, deren Hauptbeteiligte überwiegend Minderjährige oder Amateure sind — die GGL-Praxis stuft hierzulande Herrenfußball unterhalb der 3. Liga bereits als Amateurniveau ein — sowie Wetten auf manipulationsanfällige Vorgänge, auf Regelverstöße und auf soziale oder politische Ereignisse. Diese Verbote greifen bei Roland Garros praktisch nicht, weil dort durchgängig Profiliga gespielt wird; sie sind aber der Grund, warum ein und derselbe Anbieter für eine Challenger-Begegnung in Deutschland möglicherweise gar keine Wettmärkte öffnen dürfte. E-Sports fällt als Wettgegenstand heraus: Die GGL stellt klar, dass E-Sport nicht als Sport anerkannt wird und in Deutschland keine lizenzierte E-Sport-Wette existiert — wer auf solche Events stößt, hat einen Anbieter vor sich, der das deutsche Recht ignoriert.

Das Live-Wetten-Recht ist im GlüStV stark eingeschränkt. § 21 Abs. 4 lässt während eines laufenden Sportereignisses nur Wetten auf das Endergebnis zu sowie auf seltene Ereignisse im Spielverlauf — das nächste Tor im Fußball, der nächste Satz im Tennis, vergleichbare Komponenten in anderen Sportarten. „Nächster Punkt“ beim Tennisstand 30:30 fällt genauso wenig darunter wie „nächstes Korb“ im Basketball. Wer also während eines Roland Garros-Matches live wetten will, kann das beim nächsten Satz oder beim Matchausgang tun, aber nicht beim nächsten Ballwechsel — und genau das schlägt sich in den Wettprogrammen der deutschen Anbieter nieder, deren Live-Märkte entsprechend schmaler ausfallen als die internationaler Plattformen. Live-Wetten, Cash Out, vorzeitige Auszahlung sind als Funktionen der Anbieter erlaubt; eine gesetzliche oder GGL-Regel dazu ist im GlüStV aber nicht zu finden. Cash Out ist damit eine reine Anbieterfunktion und kein Eingriff in den Spielverlauf.

Steuerlich gilt die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG. Sie beträgt 5,3 % auf einer Bemessungsgrundlage, die der Einsatz minus die Steuer selbst ist (§§ 17, 18) — wer also 100 € einzahlt und wettet, hat effektiv rund 5,03 % an das Finanzamt abzuführen, nicht 5,3 % vom Bruttoeinsatz. Die Steuer schuldet der Veranstalter, nicht der Spielende (§ 19), und ob ein Anbieter sie durchreicht, abschluckt oder auf ein anderes Modell umlegt, entscheidet jeder selbst. Das erklärt die werbliche Aussage mancher Häuser — „0 % Wettsteuer“ — die nur bedeutet, dass das jeweilige Haus die Steuer trägt oder verrechnet. Winamax zum Beispiel bewirbt diesen Verzicht und verweist zur Begründung auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen April und August 2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz 1 lag. Was davon am Ende beim Spielenden ankommt, hängt davon ab, ob der Anbieter die Steuer in die Quote einbaut, sie direkt abzieht oder offen ausweist — und genau diesen Unterschied muss man lesen, bevor man eine Quote mit einer anderen vergleicht.

Die zivilrechtliche Frage, ob in Deutschland bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis die Einsätze zurückgefordert werden können, ist seit 2024 beim Europäischen Gerichtshof anhängig. Der Bundesgerichtshof hat dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die europäische Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit solcher Verträge entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verlust aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt Nicholas Emiliou hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) für grundsätzlich möglich gehalten, dass unlizenzierte Anbieter verlorene Einsätze zurückzahlen müssen — mit einer Ausnahme, falls die Behörden eine Aussetzung der Durchsetzung zugesichert haben sollten. Solange das Urteil des EuGH aussteht, ist daraus weder ein Versprechen auf Rückzahlung abzuleiten noch ein Grund, sich bei einem Anbieter ohne Whitelist-Eintrag sicher zu fühlen: Es geht um eine mögliche Rechtsfolge nach Verlusten, nicht um eine Lizenz von heute.

Was Offshore-Anbieter ohne deutsche Erlaubnis angeht, bleibt die Lage klar: Wer solchen Anbietern in Deutschland Geld überlässt, nimmt an unerlaubtem Glücksspiel teil (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat hier keine Wirkung, und die GGL hat im September 2026 ausdrücklich vor Angeboten wie Platincasino gewarnt. Die Strafnormen (§ 284 StGB Veranstalten, bis zu zwei Jahren; § 285 StGB Teilnahme, bis zu sechs Monaten) sind nicht auf die Verfolgung einzelner Spielerinnen und Spieler zugeschnitten, und es gibt keine etablierte deutsche Praxis, die sich gegen Privatmenschen richtet — das ist weder ein Freibrief noch ein Risiko, das man dramatisieren sollte. Was bleibt, ist die nüchterne Seite: kein OASIS-Anschluss, keine LUGAS-Kontrolle, kein deutsches Beschwerdeverfahren, keine Sicherheit, dass das Geld überhaupt zurückkommt. Whitelisted-Anbieter bieten das alles, kosten dafür aber die 1.000 €-Standardgrenze, das eingeschränkte Live-Programm und die Pflicht zur vollständigen Verifizierung.

Spielerschutz und Limits: was die zwei Turnierwochen mit dem Konto machen

Die French Open dauern 14 Tage. In dieser Zeit lässt sich auf ein und demselben Turnier eine hohe Zahl einzelner Wetten setzen — Matchsieger pro Runde, Satzwetten, Handicap-Linien, Gesamtsieger vor und während des Turniers — und genau diese Menge an Möglichkeiten ist der Punkt, an dem Spielerschutz und Kontrolle ansetzen.

Ein Tennisschläger lehnt an einer dunkelgrünen Bande ohne Aufschrift auf einem Sandplatz, daneben liegt ein Handtuch.
Die French Open 2026 fanden vom 24. Mai bis 7. Juni 2026 in Paris auf Sand statt.

In Deutschland ist die Teilnahme an Sportwetten ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Verifiziert wird jeder Spielende vollständig (§ 6a): Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spielzeit mit einem 100 €-Einzahlungslimit und ohne Auszahlung ermöglichen. Wer das Limit voll ausschöpft, kann also nur mit nachgewiesener Identität weiter einzahlen und gewinnen — was bei einem kontrollierten Anbieter kurz nach der Anmeldung zu einer Wartezeit führt. Die Zahlung selbst darf nur von einem Konto im eigenen Namen bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut kommen (§ 6b Abs. 4); anonymes Zahlen — Kryptowährungen, anonyme Prepaid-Produkte — ist damit aus dem lizenzierten deutschen Markt herausgehalten. Wer hier aufs Krypto-Wallet ausweicht, hat den Anbieter gewechselt.

Über alle lizenzierten Anbieter hinweg gilt ein Standard-Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat (§ 6c Abs. 1). Die Einhaltung wird über die zentrale Limitdatei LUGAS überwacht, die alle Whitelist-Anbieter miteinander teilt. Wer ein höheres Limit möchte — bis 10.000 €, in einem eng begrenzten Kreis bis 30.000 € bei höchstens einem Prozent der aktiven Spielenden eines Anbieters —, muss beim Anbieter mit nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit vorstellig werden; eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Herabsetzung greift sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen Bedenkzeit. Für eine zweiwöchige Turnierserie wie Roland Garros heißt das: Wer vorher schon 700 € im Monat bewegt hat, kann nicht einfach 2.000 € nachschieben, um in den Finals verstärkt zu setzen — und wer parallel bei zwei Anbietern spielt, fällt spätestens beim zweiten Login auf.

Parallel zu LUGAS läuft OASIS, die Spielersperrdatei (§§ 8, 8a). OASIS wird bei Registrierung und Login abgeglichen. Eine Selbstsperre gilt mindestens drei Monate, wenn der Spielende eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Sie gilt anbieterübergreifend: Wer einmal gesperrt ist, kann sich nicht bei einem zweiten Anbieter anmelden, um die Sperre zu umgehen, und die GGL-Praxis sieht hier keine Hintertür. Offshore ist OASIS nicht angeschlossen; ein Wechsel dorthin unterbricht die Sperre, setzt aber jeden Schutzmechanismus außer Kraft. Das 24-Stunden-Sperrelement, im GlüStV als „Panikbutton“ (§ 6i Abs. 3) bezeichnet, löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus, wenn es betätigt wird — die einzige Sofortmaßnahme, die ohne Wartezeit greift.

Die Aktivitätsdatei (Teil von LUGAS nach § 6h) verhindert Parallelkonten. Wer in Deutschland zwei Konten bei zwei lizenzierten Anbietern hat, kann nicht gleichzeitig aktiv auf beiden um echtes Geld spielen — Versuche werden technisch unterbunden. Das bedeutet für die French Open: Man kann bei mehreren Anbietern registriert sein und die jeweils beste Quote mitnehmen, aber nicht zwei Wetten parallel beim laufenden Spiel mit unterschiedlichen Konten platzieren. Wer vor allem die Quoten vergleicht, sollte sich bei mehreren Anbietern anmelden, die parallele Aktivität aber jeweils am Wochenende bündeln, nicht im Minutentakt.

Das gewählte Schutzniveau wirkt sich auf das Erlebnis aus: Mehr Verifizierung am Anfang, weniger Spielraum oben, dafür Wegfall des Risikos, dass ein nicht-lizenzierter Anbieter nach einem Gewinn nicht auszahlt. Bei großen Turnieren, die zu vielen Impulskäufen verleiten, ist dieses Sicherheitsnetz der Punkt, der aus einem guten Angebot eine kalkulierbare Wette macht.

Wettmärkte und Quoten: Was „Quote“ wirklich bedeutet

Wer auf Roland Garros wettet, begegnet denselben Begriffen wie bei jedem Tennisturnier: Gesamtsieger, Matchsieger, Satzwette, Handicap, gelegentlich Über/Unter Spiele oder Tiebreak ja/nein. Sie sehen unterschiedlich aus, folgen aber derselben Mechanik: In jeder Quote steckt eine Marge, die der Anbieter aus den Einsätzen einbehält.

Eine Quote ist eine Vereinbarung über die Auszahlung, nicht über die Wahrscheinlichkeit. Bei einer Einzelwette mit Quote 2,10 bekommt ein 100 €-Einsatz im Gewinnfall 210 € zurück, was 110 € Nettogewinn bedeutet. Bei einer Kombiwette mit drei Siegen à 1,80 multiplizieren sich die Quoten, sodass die Gesamtauszahlung Einsatz × 1,80 × 1,80 × 1,80 ergibt. Was sich nicht multipliziert, ist die Marge: Sie wird vom Anbieter auf jedes Einzelereignis aufgeschlagen und macht aus drei 1,80er-Quoten kein reines Chancenprodukt, sondern drei chancenreduzierte Preise. Wer Kombinationen baut, trägt nicht das Risiko der drei einzelnen Spielerinnen und Spieler, sondern das Risiko, dass alle drei gemeinsam die anbieterseitig einkalkulierte Marge überwinden.

Eine vereinfachte Beispielrechnung an einem Zwei-Wege-Markt illustriert das Prinzip. Angenommen, ein Anbieter quotiert beide Seiten eines Spiels mit 1,90 / 1,90. Eine faire Wette ohne Marge würde — vollständige Gewinnauszahlung angenommen — bei zwei gleich wahrscheinlichen Seiten Quoten knapp über 2,00 ergeben; 1,90 / 1,90 liegt also deutlich unter diesem fairen Wert. Die Auszahlungsquote dieses Marktes beträgt 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 0,95, also 95 %. Die Marge ist 100 % − 95 % = 5 %. Pro 100 € Einsatzvolumen, das sich zu gleichen Teilen auf beide Seiten verteilt, bleiben dem Anbieter in dieser Konstellation rund 5 € als Kostenaufschlag. Das ist die Spanne, die beim Vergleich zweier Anbieter in jeder einzelnen Quote drinsteckt und die sich nicht durch eine bessere „Bauchentscheidung“ ausgleichen lässt: zwei Quoten, die dasselbe Ereignis betreffen, vergleicht man, indem man den Unterschied in der Marge ausrechnet, nicht indem man die Ordinalzahl liest.

Bei Langzeitwetten auf den Turniersieger ist der Effekt größer. Der gesamte Markt enthält Dutzende Felder — Titelverteidiger, ewige Sieger, Außenseiter — und der Anbieter baut auf jeden Eintrag eine Marge auf. Die Summe der reziproken Quoten über alle Felder liegt deshalb fast immer deutlich über 1, oft zwischen 1,15 und 1,30. Bei einem Siegerfeld von 64 wäre 1,25 gerade noch annehmbar, 1,40 schon eine deutliche Kostenbelastung. Wer vor dem Turnier fünf Lieblingsspielende für eine Mehrfachwette wählt, sieht hier schnell ein Margenniveau von 20 % und mehr — und diese Kosten kommen oben auf die Wettsteuer und auf das Risiko der tatsächlichen Trefferquote. Bei Live-Wetten gelten ähnliche Margen, mit dem Zusatz, dass die Quote in Sekunden nachjustiert wird und der Buchmacher die Latenz als Vorteil nutzt.

Quotenverschiebungen bei Roland Garros haben eigene Rhythmik. Vor dem Turnier bewegen sich die Gesamtsieger-Quoten mit jeder Pressekonferenz, mit Verletzungsmeldungen und mit der Auslosung. Nach der Auslosung wird das Hauptfeld sichtbar, mögliche Halbfinals und Endspiele kristallisieren sich heraus, und die Quoten für die Topgesetzten sinken, während Außenseiter im Tableau steigen. Während des Turniers schlägt jede Runde zurück auf die Matchquoten: Wer früh verliert, ist aus dem Turniersieg-Markt sofort raus, seine Quote verschwindet mit ihm. Wer Runde für Runde weiterkommt, wird zur Live-Langzeitwette, deren Quote sinkt, je näher das Finale rückt. Diese Dynamik ist der Grund, warum manche Spielende vorziehen, erst nach den ersten Matches zu setzen, wenn die Marge im Hauptfeld kleiner wird.

Eine Value-Wette in diesem Markt ist eine Wette, deren Quote nach eigenem Modell über der tatsächlichen Eintrittswahrscheinlichkeit liegt — multipliziert man die angenommene Wahrscheinlichkeit mit der Quote, soll ein Wert über 1 herauskommen. Wer das prüfen will, sieht sich die Marge des Marktes an, schätzt die Wahrscheinlichkeit auf eigene Faust und vergleicht. Wichtig ist, dass die Value-Logik nichts darüber sagt, ob die Wette gewinnt: Sie sagt nur, dass sie statistisch mehr zurückzahlt, als sie kostet — über viele solcher Wetten gerechnet. Wer wenige Wetten platziert, sieht im Einzelfall trotzdem den Verlust; das ist kein Fehler der Methode, sondern der Auflösung über zu wenige Beobachtungen.

Sandplatz, Spielplan und was die Bedingungen mit der Wette machen

Die French Open sind das einzige der vier Grand-Slam-Turniere, das auf Sand ausgetragen wird. Wer das nicht bedenkt, wettet auf einer falschen Grundlage: Spielerinnen und Spieler, die auf Hartplatz domänieren, gewinnen auf Sand nicht automatisch, und Spielerinnen und Spieler, die hier ihren besten Tennis spielen, tauchen in der Weltrangliste nicht zwangsläufig ganz oben auf. Die Platzoberfläche ist Teil der Quote, nicht der Stimmung.

Veranstaltet werden die French Open vom Weltverband ITF, der auch die anderen drei Grand-Slam-Turniere gemeinsam mit den nationalen Verbänden durchführt. Austragungsort ist das Stade Roland Garros im 16. Arrondissement von Paris; die Anlage umfasst mehrere Plätze, den Centre Court Court Philippe-Chatrier und den Court Suzanne-Lenglen als zweite große Arena, dazu eine Reihe kleinerer Courts, auf denen die ersten Runden beginnen. Der Belag, Terre battue, ist roter Ziegelmehl-Sand, der vor jedem Spieltag gewässert und mit Linien gezogen wird; Bälle prallen höher und langsamer ab als auf Hartplatz, Ballwechsel werden länger, Aufschläge weniger dominant. Genau diese Mechanik bevorzugt geduldige Spielerinnen und Spieler mit schwerem Topspin, lässt aber druckvolle Aufschlagspieler in Mitleidenschaft geraten — wer Quoten liest, sollte das wissen, bevor er einen Aufschlagriesen nach Wimbledon-Form nimmt.

Seit März 2022 einigten sich alle vier Grand-Slam-Turniere auf einen einheitlichen Tiebreak-Modus: Im Entscheidungssatz wird ein Match-Tiebreak bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung gespielt. Vorher war es für die Zuschauerinnen und Zuschauer teils schwierig, Sätze über mehrere Stunden zu verfolgen; heute ist der Modus einheitlich, was sich auch in den Märkten niederschlägt — wer auf einen Tiebreak im fünften Satz wettet, kann diese Regelung als gegeben voraussetzen. Bei 6:6 im laufenden Satz wird konventionell bis 7 Tiebreak gespielt; im fünften Satz der Herren (drei Gewinnsätze) wird stattdessen der Match-Tiebreak bis 10 ausgetragen, sobald es 6:6 steht.

Formatlich spielen die Herren über drei Gewinnsätze, die Damen über zwei. Die Belastung ist damit auf der Herrenseite deutlich höher: Eine Fünf-Satz-Partie kann weit über vier Stunden dauern, was bei Live-Wetten die Einteilung der Spielzeit verzerrt. Wer auf den nächsten Satz wettet, weiß, dass Sätze im Herreneinzel länger dauern als im Dameneinzel, und ein Unentschieden im Satzstand eine höhere Wahrscheinlichkeit hat als im Damenfinale.

Im Spielplan beginnen die French Open traditionell an einem Sonntag Ende Mai und enden zwei Sonntage später mit den Finals — die 2026er-Ausgabe lief vom 24. Mai bis zum 7. Juni 2026 über 14 Tage, mit dem Herreneinzel-Finale am Schlusstag. Da das Turnier 2026 bereits gespielt ist, betreffen die hier vorgestellten Wettmärkte überwiegend die nächste Ausgabe; die Eckdaten der 2026er-Ausgabe sind aber für die Einordnung hilfreich. Wer heute auf eine Quote für die French Open blickt, sieht bereits die nächste Auflage.

Die Ergebnisse der 2026er-Ausgabe sind nachgezeichnet: Das Herreneinzel gewann Alexander Zverev im Finale gegen Flavio Cobolli; das Dameneinzel gewann Mirra Andrejewa im Finale gegen Maja Chwalińska, die sich als Qualifikantin durch das Hauptfeld gespielt hatte. Solche Qualifikantinnen-Geschichten sind auf Sand keine Seltenheit — die langsameren Bedingungen und die häufigeren langen Rallyes gleichen Machtunterschiede teilweise aus, was die Quoten für Außenseiter im Vergleich zu Hartplatz-Turnieren enger macht.

Statistisch hält Rafael Nadal den Rekord im Herreneinzel mit 14 Titeln, im Dameneinzel Chris Evert mit 7 Titeln. Solche Zahlen sind nicht nur für Geschichtsbücher interessant, sondern auch für Märkte: Buchmacher neigen bei Grand-Slam-Turnieren dazu, Favoriten mit Titelhistorie niedriger zu quotieren als Spielerinnen und Spieler ohne — und dieser Bias lässt sich nutzen, sofern man ein eigenes Modell hat, das vorrangig auf aktuelle Form und Spielplan schaut. Der jüngste Zverev-Titel 2026 unterbricht diese Annahme für die nächste Auflage.

Das Gesamtpreisgeld der 2026er-Ausgabe belief sich auf 61.723.000 €, ein Anstieg um 9,35 % gegenüber dem Vorjahr; die Einzelsieger im Profitennis erhielten jeweils 2.800.000 €. Diese Zahlen wirken nur am Rand in die Wettquoten hinein, weil Profitennis in der Weltrangliste hauptsächlich über ATP- und WTA-Punkte sortiert wird, nicht über Preisgelder. Wer die Motivation eines Außenseiters im Auge behält, kann aber mitlesen, dass die Belohnung gerade auf Grand-Slam-Niveau eine Größenordnung erreicht, die einen zusätzlichen Leistungssprung erklärt.

Die Anlage, der Spielplan und die Regeln sind zusammen der Grund, warum die French Open als Wettobjekt ihre Eigenheiten haben. Wer ohne dieses Wissen eine Quote liest, sieht Zahlen und Akteure, aber nicht das, was die Zahlen gerade auf Sand bedeutet. Wer mit diesem Wissen liest, kann die Marge gegen die Spielmechanik rechnen und merkt, wann der Anbieter auf Sand zu viel verlangt.

Die zehn lizenzierten Anbieter im Vergleich

Wer in Deutschland bei einem Anbieter ohne Whitelist-Eintrag auf Roland Garros wettet, nimmt an unerlaubtem Glücksspiel teil. Wer das nicht möchte, hat eine Auswahl von zehn Anbietern, die alle auf der Whitelist stehen und deren Erlaubnis für Sportwetten aktuell Gültigkeit hat. Die folgende Tabelle zeigt, in welcher Reihenfolge die Anbieter dort stehen — geordnet nach Whitelist-Eintrag, nicht nach empfohlener Vorzüglichkeit — und welchem Halter die jeweilige Domain zugeordnet ist.

Anbieter Whitelist-Status und Inhaber Wettenerlaubnis seit
Winamax Whitelist-Eintrag für Winamax.de, Inhaber WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021
VBet Whitelist-Eintrag für Vbet.de, Inhaber SCGO Limited, St. Julian’s, Malta 05.12.2023
Sportingbet Whitelist-Eintrag für Sportingbet.de, Inhaber Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Tipico Whitelist-Eintrag für Tipico.de, Inhaber Tipico Co. Limited 09.10.2020
Tiptorro Whitelist-Eintrag für Tiptorro.de, Inhaber Torro Tec Limited 30.06.2021
LeoVegas Whitelist-Eintrag für Leovegas.de, Inhaber LVSports Limited 21.10.2024
NEO.bet Whitelist-Eintrag für NEO.bet, Inhaber Greenvest Betting Limited 09.10.2020
bpremium Whitelist-Eintrag für Bpremium.de, Inhaber Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020
Betano Whitelist-Eintrag für Betano.de, Inhaber Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021
bwin Whitelist-Eintrag für Bwin.de, Inhaber bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020

Die Tabelle zeigt nur das, was am Tag des Whitelist-Snapshots aktuell war; sie ersetzt keine eigene Prüfung vor der Kontoeröffnung. Wer auf den Geschmack einer Quote gekommen ist, sieht hier, wer für sie haftet — und damit auch, an wen man sich bei einer Beschwerde wenden kann.

Was die Tabelle nicht zeigt, sind die konkreten Wettprogramme, Margen und Sonderfunktionen. Diese werden in den folgenden zehn Abschnitten einzeln betrachtet, und zwar dort, wo sich die Anbieter im Tennisbereich tatsächlich unterscheiden.

Winamax (Winamax.de)

Winamax bewirbt im Footer den Verzicht auf die Wettsteuer und reklamiert für sich, auf 45 % der untersuchten Quoten aus einer Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen April und August 2025 auf Platz 1 gelegen zu haben. Auf der Whitelist steht Winamax als WINAMAX (Société anonyme) mit einer ersten Sportwetten-Erlaubnis vom 29.06.2021; ein Folgeantrag wurde am 08.12.2022 bewilligt. Tennis ist bei Winamax nicht nur eine Sportart unter vielen: Das Haus betreibt mit Winamax TV einen eigenen Streaming-Dienst, der nach eigenen Angaben Live-Bilder von allen vier Grand-Slam-Turnieren — also auch Roland Garros — zeigt, dazu von ATP- und WTA-Turnieren sowie weiteren Ligen. Wer Live-Wetten und Live-Bilder aus einer Hand haben will, findet hier eine Schnittstelle, die Tennis und Fußball in einem Account bündelt. Aus der Kostenperspektive ist der Steuerverzicht dann ein Vorteil, wenn die Steuer ansonsten vom Einsatz abgezogen würde; der volle Einsatz landet im Wettschein, was kleinere Stakes spürbar macht. Wer absolute Margenwerte vergleicht, sollte zusätzlich prüfen, ob die Odoxa-Studie auf das eigene Wettverhalten passt — sie bezog Fußball, Tennis und Handball ein, eine Tennis-domänierte Wettauswahl kann andere Ergebnisse liefern als ein starker Fußball-Mix.

VBet (Vbet.de)

VBet wird über die SCGO Limited geführt, mit Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, St. Julian’s, Malta. Die GGL listet die Sportwetten-Erlaubnis für Vbet.de seit dem 05.12.2023. Damit ist VBet der jüngste der hier aufgeführten Anbieter, gemessen am Datum der Erlaubnis; im Wettprogramm für Tennis steht der Anbieter mit Hauptmarkt, Sätzen und Live-Quoten. Wo VBet tatsächlich gut liegt, zeigt sich weniger in einem einzelnen Schlagwort als im Vergleich: Wer eine Quote sieht, die deutlich unter den Werten der etablierten Anbieter liegt, sollte deren Marge prüfen, bevor er zugreift. Aus Kostenperspektive zählt, was nach Abzug der Steuer und der Marge übrig bleibt, nicht was vor Steuern versprochen wird.

Sportingbet (Sportingbet.de)

Sportingbet gehört zu den ersten Anbietern auf der Whitelist: Die Erlaubnis datiert auf den 09.10.2020 mit Folgeantrag vom 21.12.2022, Inhaber ist die Sportingbet (Deutschland) Limited. Das Wettprogramm nennt Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts, Snooker und einen „Konfigurator+“, der Kombinationen aus mehreren Märkten eines Spiels erlaubt. Wer gern Mehrfachkombinationen aus Tennis-Märkten baut, findet hier eine eigene Spielwiese — der Konfigurator+ ist allerdings an einzelne Matches gebunden, nicht an Turniersieger oder Langzeitwetten. Aus Kostenperspektive ist das interessant, weil Kombinationen aus niedrig-margigen Einzelmärkten gebaut werden können, statt aus vorgegebenen erhöhten Mehrfachwetten; wer geschickt kombiniert, hält die Gesamtmarge unter Kontrolle, statt sie über voreingestellte Pakete zu bekommen.

Tipico (Tipico.de)

Tipico ist einer der wenigen Anbieter, deren Markenname in der deutschen Wahrnehmung fast synonym mit Sportwetten steht. Die Whitelist führt das Haus unter Tipico Co. Limited mit erster Erlaubnis vom 09.10.2020 und Folgeantrag vom 09.12.2022. In der App-Beschreibung tauchen „Tipico Cashout“ und Live-Wetten als zwei Funktionen auf, die das Spielkonto vom reinen Wettschein abheben. Der hier laufende Rechtsstreit vor dem BGH und EuGH betrifft vor allem die Frage, inwieweit Anbieter ohne — oder mit später erteilter — Erlaubnis zur Rückzahlung verpflichtet sein können. Aktuell steht Tipico auf der Whitelist, die Spieleinsätze sind über die deutschen Schutzmechanismen abgesichert, das Angebot deckt Tennis und alle Grand-Slam-Turniere ab. Aus Kostenperspektive: Cashout ist eine Funktion, mit der man eine Wette vorzeitig beenden kann, oft zu einem vom Anbieter diktierten Preis, der die ursprüngliche Marge weiter zugunsten des Hauses verschiebt — wer sie nutzt, sieht den Preis sofort an seinem Wettschein.

Tiptorro (Tiptorro.de)

Tiptorro wird über die Torro Tec Limited in Malta geführt. Die Whitelist-Erlaubnis besteht seit dem 30.06.2021 mit Folgeantrag vom 27.12.2022. Die App-Beschreibung nennt das Haus einen behördlich zugelassenen Sportwettenveranstalter unter Aufsicht der GGL — ein Selbstverständnis, das auf den Whitelist-Eintrag verweist und damit für die deutsche Kundschaft Haltbarkeit gewinnt. Für die French Open zählt hier vor allem, dass Tiptorro Tennis im Programm hat und die übliche Mischung aus Matchsiegern, Sätzen und Live-Märkten anbietet. Das Haus positioniert sich weniger über einzelne Sportereignisse als über das Gesamtpaket — die Kostenfrage entscheidet sich wie bei den meisten kleineren Mitbewerbern an der genauen Quote und an der Frage, ob die Steuer bereits in den Quoten berücksichtigt ist.

LeoVegas (Leovegas.de)

LeoVegas ist im deutschen Markt stärker als Casino-Anbieter bekannt; die Whitelist führt unter der Domain Leovegas.de die LVSports Limited mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 21.10.2024 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Diese zweite Erlaubnis sagt nichts über die Sportwette aus — wer Spielautomaten und Tenniswetten in einem Konto sucht, findet sie unter dem gleichen Login. Wichtig: Die LVSports-Erlaubnis ist die jüngste der hier aufgeführten Datumsangaben — wer nach der Lizenznummer sortiert, sieht LeoVegas als späten Marktteilnehmer. Aus Kostenperspektive zählt, dass das Haus sich vor allem über sein Casino-Profil definiert; die Tennisquoten können, müssen aber nicht zu den schmalsten des Marktes gehören. Vergleichen lohnt sich.

NEO.bet

NEO.bet tritt unter dem Whitelist-Inhaber Greenvest Betting Limited auf, mit erster Erlaubnis vom 09.10.2020 und Folgeantrag vom 22.12.2022. Damit gehört NEO.bet zur ersten Welle der GGL-Erlaubnisse und hat den Schritt zur Folgeerlaubnis ohne Unterbrechung vollzogen. Das Haus tritt im deutschen Markt mit einer Mischung aus Standardwetten und Konfiguratoren auf; wer hier und bei Mitbewerbern registriert ist, kann Quoten vor dem Wettschein vergleichen. Kostenrelevant: Eine niedrigere Quote bei einem Anbieter kann mit einem Konfigurator-Angebot kombiniert sein, das die Marge über mehrere Märkte verteilt — wer einen Konfigurator nutzt, sollte genau lesen, in welchen Märkten die Margen am höchsten sind.

bpremium (Bpremium.de)

bpremium läuft über die Ladbrokes (Deutschland) Ltd mit Sitz in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira, Malta, Registernummer C92799. Die Whitelist-Erlaubnis besteht seit dem 09.10.2020 mit Folgeantrag vom 21.12.2022. Die im April 2023 veröffentlichten allgemeinen Geschäftsbedingungen gehören zu den wenigen Quellen, in denen die ladbrokes-/bpremium-Gruppe ihre deutsche Ausprägung festhält; das Haus hat im deutschen Sportwettenmarkt eine längere Geschichte als die meisten anderen. Tennis, Grand-Slam-Turniere und Live-Märkte sind im Programm. Aus Kostenperspektive zählt, dass die britische Mutter hier mit deutscher Erlaubnis tritt — wer Erfahrung mit den britischen Plattformen hat und in Deutschland spielen will, findet in bpremium den lokal abgesicherten Zugang.

Betano (Betano.de)

Betano gehört zum Kaizen-Gaming-Verbund und wird über die Betkick Sportsbetting Limited geführt. Die Whitelist-Erlaubnis besteht seit dem 19.02.2021 mit Folgeantrag vom 16.12.2022. Die App-Beschreibung nennt Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming unter anderem für LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Wer Tennis-Streams direkt im Wettkonto sehen will, ohne auf einen separaten Streaming-Dienst zu wechseln, hat hier eine Schnittstelle, die einen Teil des Wochenendprogramms aus einer Hand liefert. Kostenrelevant: Bet Builder erlaubt die Kombination mehrerer Märkte aus einem einzigen Match — das ist die kontrollierte Variante zum „Konfigurator+“, beide ziehen die Marge aus mehreren Quoten zusammen. Wer mit den Komponenten-Quoten einzelner Märkte vergleicht, sieht den Effekt am ehesten.

bwin (Bwin.de)

bwin läuft über die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta. Die Whitelist-Erlaubnis besteht seit dem 09.10.2020 mit Folgeantrag vom 23.12.2022. bwin gehört zu den sichtbarsten Marken im europäischen Sportwettenmarkt und ist hierzulande über die GGL-Erlaubnis abgesichert; die Whitelist erkennt das Haus ausdrücklich an, was vor allem für neue Spielende ein Auswahlkriterium ist. Tennis, Grand-Slam-Turniere und Live-Märkte sind im Programm. Aus Kostenperspektive lässt sich bwin nicht pauschal einordnen — was zählt, ist die konkrete Quote im konkreten Markt; ein Haus dieser Größe kann gleichzeitig bei populären Matches eng und bei Randmärkten breit quotieren.

Einordnung: Was Roland Garros-Wetten vom Rest des Tenniswettenmarktes unterscheidet

Roland Garros ist nicht Wimbledon, nicht die US Open, nicht Australian Open. Wer eine Tenniswette platziert, sollte diese Unterschiede kennen, bevor er die Quoten der zehn Anbieter vergleicht — denn auf Sand verschieben sich Wahrscheinlichkeiten, Märkte und Margen anders als auf Rasen oder Hartplatz.

Der wichtigste Unterschied ist die Platzoberfläche, die bereits in Kapitel 4 dargestellt wurde: längerer Ballwechsel, höherer Absprung, weniger Aufschlagdominanz, mehr Geduld. Damit einher geht eine Verschiebung der Setzliste: Spielerinnen und Spieler, die auf Sand jahrelang unter den Top Ten stehen, können auf Rasen 30 Plätze tiefer geführt sein. Wer eine Quote liest, sieht die Weltranglistenposition — der Rest ist Wettarbeit. Hinzu kommt der Format-Unterschied: Damen spielen zwei Gewinnsätze, Herren drei. Beim Herreneinzel kann ein Fünf-Satz-Match die übliche Spielzeit eines Fußballspiels übersteigen, was Live-Wetten auf den nächsten Satz zu einem anderen Erlebnis macht als etwa beim Dameneinzel.

Dazu kommt die Größe des Feldes. Grand-Slam-Hauptfelder umfassen 128 Spielerinnen und Spieler im Einzel — entsprechend lang ist die Liste der Quoten beim Turniersieger, entsprechend hoch kann die kumulierte Marge ausfallen. Wer auf einen Außenseiter setzt, sieht wegen des geringeren Einsatzes auf diese Außenseiter oft eine Quote, die nominell sehr hoch ist, aber durch die Marge so weit nach unten gezogen wird, dass eine Value-Wette selten bleibt. Wer auf einen Topgesetzten setzt, sieht das gegenteilige Problem: die Quote ist niedrig, der Auszahlungsbetrag überschaubar, der Beitrag zum Gesamtgewinn klein.

Was die French Open zusätzlich prägt, ist die besondere Wertschätzung des Sandplatzes in Europa. Französische Buchmacher und deren europäische Mitbewerber quotieren das Turnier oft mit mehr Tiefe als andere Sandplatzevents, weil das Publikum hier ist und die Berichterstattung dichter. Wer die Quote bei einem deutschen Anbieter liest, kann die Quote desselben Spiels bei einem österreichischen, französischen oder spanischen Anbieter nur über VPN oder Auslandsaufenthalt nutzen; in Deutschland bleibt das Angebot auf die in Deutschland lizenzierten Plattformen beschränkt. Wer das Turnier als Marketing-Schwerpunkt bei einem dieser Häuser sieht, kann mit etwas mehr Tiefe im Wettprogramm rechnen.

Schließlich ist Roland Garros auch politisch-administrativ ein Sonderfall: Der Veranstalter ist die ITF, die das Turnier gemeinsam mit dem französischen Verband (Fédération Française de Tennis) organisiert, nicht der nationale Verband alleine. Wer Fragen zur Wettintegrität hat — wann wird ein Match offiziell abgebrochen, wann wird eine Wette annulliert, wann zählt eine Verletzung —, sieht auf den ITF-Regelkatalog. Fälle wie die Spielabbrüche oder Wetterunterbrechungen werden nicht vom Anbieter, sondern vom Veranstalter entschieden; der Anbieter setzt die Wette nach Veranstalterentscheidung aus oder wertet sie. Wer mitten in einer Live-Wette steht, wenn der Regen in Paris eine Partie verschiebt, sieht das Ergebnis erst Stunden später.

Wer schreibt diese Seite und worauf man sich beim Vergleich verlässt

Die in der Tabelle aufgeführten Anbieter stehen alle auf der GGL-Whitelist, Stand 02.10.2026. Vier von ihnen — Tipico, NEO.bet, bpremium, bwin — haben ihre erste Erlaubnis am 09.10.2020 erhalten und sind damit in der ersten Welle der Whitelist-Eintragungen. Vier weitere — Sportingbet, Tipico (Folgeantrag), bpremium (Folgeantrag), bwin (Folgeantrag) — haben ihre Folgeerlaubnis zwischen dem 21.12.2022 und dem 23.12.2022 erhalten, fast zeitgleich, was die zweite Welle der GGL-Vergaben markiert. LeoVegas und VBet sind später eingestiegen — LeoVegas erst seit dem 21.10.2024, VBet seit dem 05.12.2023 — und müssen zeigen, dass die Erlaubnis trägt. Was diese Datierung der Erlaubnis über die heutige Qualität der Tennisquoten sagt, lässt sich pauschal nicht beantworten; sie zeigt nur, wie lange das jeweilige Haus auf dem deutschen Markt aktiv ist und mit welchem Turnier-Kalender es Erfahrung hat.

Was die Tabelle nicht zeigt: Cash Out, Live-Streams, Konfigurator-Funktionen, Sonderauszahlungen für Mehrfachwetten. Diese variieren von Anbieter zu Anbieter und ändern sich mit den Sportereignissen. Wer ein Konto eröffnet, sollte vor der ersten Einzahlung das aktuelle Wettprogramm, die Tennis-Sektion und die AGB lesen — auch wenn die Seite hier einen Überblick gibt, ist die entscheidende Information immer die, die der Anbieter selbst veröffentlicht. Drei Hinweise sind im Alltag wichtig:

Wer auf die French Open wettet, sollte vor jeder Wette den Vergleich zwischen den Whitelist-Anbietern machen — eine Quote bei Anbieter A kann bei Anbieter B um fünf Prozentpunkte höher liegen, ohne dass eines der beiden Häuser „besser“ oder „schlechter“ ist. Wer ein Konto bei mehreren Anbietern hat, kann die Quote mitnehmen, die am wenigsten Marge enthält.

Wer eine Live-Wette auf den nächsten Satz erwägt, sollte die Regel aus § 21 Abs. 4 GlüStV kennen: Der nächste Satz ist erlaubt, der nächste Punkt nicht. Wer in der App eine Wette auf den nächsten Punkt sieht, sieht möglicherweise eine Funktion, die der Anbieter im Ausland anbietet, nicht das, was hierzulande möglich ist. Vor dem Klick: Markierung prüfen.

Wer den Steuerverzicht eines Anbieters bewirbt sieht — etwa Winamax mit der Aussage „0 % Wettsteuer“ —, sollte verstehen, dass die Werbung nichts darüber sagt, wie der Verzicht finanziert wird. Möglich ist, dass die Marge entsprechend höher ist; möglich ist auch, dass der Verzicht ehrlich ist. Welche Variante vorliegt, lässt sich am konkreten Markt erkennen.

Das war der Überblick — von der Lizenz über das Schutzsystem über die Märkte und Bedingungen bis zu den zehn Anbietern. Wer jetzt auf Roland Garros wetten will, ist für den Einstieg bestens informiert; die abschließende Sektion mit Fragen und Antworten rundet das Thema ab.

Häufige Fragen zu Roland Garros Wetten

Eine legale Wette auf die French Open ist nur bei einem Anbieter möglich, der auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht. Diese Liste wird im Internet unter glücksspiel-behoerde.de veröffentlicht, ist nach Anbieter und Erlaubnistyp filterbar und führt eine Spalte mit der Domain, dem Halter und dem Datum der Erlaubnis. Wer einen Anbieter außerhalb dieser Liste nutzt, nimmt an unerlaubtem Glücksspiel teil und kann sich nicht auf deutschen Verbraucherschutz berufen.

Welche Wettmärkte gibt es für das Turnier, etwa Gesamtsieger, Matchsieger und Satzwetten?

Die Standardauswahl umfasst den Gesamtsieger vor und während des Turniers, den Matchsieger pro Runde, Satzwetten mit Handicap, Über/Unter Spiele je Satz, Tiebreak ja/nein und gelegentlich Über/Unter für das Match insgesamt. Welche dieser Märkte ein Anbieter für ein konkretes Match öffnet, hängt vom Anbieter und vom Spielstatus ab. Live-Märkte sind nach § 21 Abs. 4 GlüStV auf das Endergebnis und auf seltene Ereignisse wie den nächsten Satz beschränkt; ein Wetten auf den nächsten Punkt gibt es hierzulande nicht.

Wie berechnet sich die Auszahlung einer Turniersieger-Wette aus Einsatz und Quote?

Bei einer Einzelwette ergibt sich die Auszahlung als Einsatz × Quote; bei einer Quote von 12,00 und einem Einsatz von 10 € bedeutet das 120 € zurück, also 110 € Gewinn. Bei einer Kombiwette mit drei Siegen à 1,80 multiplizieren sich die Quoten, sodass die Gesamtauszahlung 10 € × 1,80³ ≈ 58,32 € beträgt. Aus dieser Auszahlung zieht der Anbieter nichts zurück, sofern das Turnier planmäßig zu Ende gespielt wird; die Marge steckt bereits in der Quote. Dazu kommt die Wettsteuer, die der Anbieter entweder durchreicht oder selbst trägt — was er damit macht, ist eine eigene Entscheidung und steht in seinen Bedingungen.

Welche Live-Wetten sind während eines Matches erlaubt, und warum gibt es keine Wetten auf den nächsten Punkt?

Während eines laufenden Sportereignisses dürfen in Deutschland nach § 21 Abs. 4 GlüStV nur Wetten auf das Endergebnis und auf seltene Ereignisse wie den nächsten Satz angeboten werden. Der nächste Punkt ist nicht selten genug — bei einem durchschnittlichen Roland Garros-Ballwechsel passiert mehrere Male pro Minute ein Punkt. Wer eine Plattform mit „nächster Punkt“-Märkten sieht, hat entweder einen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis vor sich oder eine Funktion, die nur außerhalb Deutschlands verfügbar ist. Die Regelung soll verhindern, dass jede Spielsituation zu einem Wettereignis wird.

Wie wirkt sich der Sandplatz auf Prognosen aus, und was ist eine Value-Wette?

Sand verlangsamt den Ball, verlängert die Ballwechsel und reduziert die Aufschlagdominanz. Spielerinnen und Spieler mit starkem Topspin und hoher Ausdauer sind auf Sand im Vorteil; reine Aufschlagspielerinnen und Aufschlagspieler verlieren an Wirkung. Eine Value-Wette ist eine Wette, deren Quote nach eigenem Modell über der tatsächlichen Eintrittswahrscheinlichkeit liegt. Das Modell sagt nichts über den einzelnen Ausgang — die Methode funktioniert nur über viele Wetten hinweg. Wer die Quote 3,00 für ein Ereignis sieht, dem er persönlich 35 % Wahrscheinlichkeit gibt, sieht einen theoretischen Wert von 1,05, also Value. Wer viele solche Wetten platziert, kann langfristig einen Vorteil halten. Im Einzelfall verliert man trotzdem.

Wie wirken die Sportwettensteuer und das Einzahlungslimit von 1.000 € auf Wetten rund um das Turnier?

Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % auf der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus Steuer“, effektiv etwa 5,03 % auf den Bruttoeinsatz. Sie wird vom Anbieter geschuldet, der sie entweder durchreicht oder selbst trägt — was er macht, sieht man in seiner Quote und im Kleingedruckten. Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat gilt über alle lizenzierten Anbieter hinweg und wird über LUGAS überwacht. Wer vor Turnierbeginn bereits das Limit ausgeschöpft hat, kann nicht nachschießen. Wer ein höheres Limit möchte, muss beim Anbieter mit nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit vorstellig werden — eine einfache Selbsterklärung reicht nicht, eine Herabsetzung greift sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen.

Inhalt erstellt vom Team «wettentippsinfo.com»